Miteinander im Weisshauswald

Hallo liebe MTBiker und MTBikerinnen!

Unser Sport wächst quasi täglich, wir sehen das an der steigenden Zahl derer, die an unseren gemeinsamen Ausfahrten teilnehmen, sich nach Mitgliedschaft erkundigen, und letztlich auch an der Zahl unserer Mitglieder, die stetig wächst. Immer wieder treffen wir auch auf unseren Strecken im Weisshauswald neue Leute – die Community wird gefühlt täglich grösser.

Nicht alle Konsequenzen, die dieses Wachstum hat sind grundsätzlich positiv. Wo mehr Nutzer aufeinandertreffen wächst automatisch das Konfliktpotenzial. Viele kennen die daraus resultierenden Diskussionen. Das wohl prominenteste Beispiel ist die unsägliche 2 Meter Regel in BaWü, ein Relikt vergangener Zeiten, an dem sich ewig Gestrige und überforderte Lokalpolitiker gerne festhalten, bevor Sie zugeben müssen, dass Sie einen Trend weder verstanden noch rechtzeitig erkannt haben.

Wir in Trier sind davon glücklicherweise (fast) befreit. Seit der Gründung unterhält Fahrvergnügen beste Kontakte zum Forstrevier Weisshauswald, letztendlich ist auch die Vereinsgründung darauf zurückzuführen, dass man dem Sport eine legale Grundlage verschaffen und Sportstätten schaffen wollte, auf denen ungestört und ohne Anfeindungen das MTB bewegt werden kann.
Berichte, wie wir sie unter anderem aus den Social Media Auftritten der DIMB und anderen Mountainbike-affinen Organisationen kennt; über Fallen im Wald, schwere Konflikte mit Wanderern und anderen Waldnutzern berichten über Probleme, die uns in Trier bisher weitgehend erspart geblieben sind.

Und doch, ganz ohne Konflikt kommen wir auch nicht zurecht. Leider.

In einem aktuellen Gespräch mit Vertretern des Forstrevieres wurden wir um Hilfe gebeten. Um eines voraus zu schicken: wir als Verein und unsere Arbeit geniessen sowohl den Respekt als auch die Unterstützung des Forstes. Manch ein lokaler MTB Verein würde sich eine solche Kooperation wünschen.
Dass wir den Weisshauswald dafür nicht exklusiv nutzen, sollte jedem klar sein. Als städtisches Naherholungsgebiet ist es ebenso attraktiv für Erholungsuchende, die nicht mit dem Rad im Wald unterwegs sind, sei es um mit ihren Kids das Wildgehege und dessen Spielplatz zu besuchen oder einfach nur alleine oder mit ihren vierbeinigen Freunden spazieren oder wandern zu gehen.

Nun hat man uns darauf angesprochen, dass sich in letzter Zeit vermehrt Waldbesucher beschwert haben. Darüber, dass im Wildgehege selbst MTBiker unterwegs waren, als auch darüber, dass auf dem Felsenpfad vom Weisshaus nach Biewer MTBiker einige Wanderer erschreckt zu haben scheinen.

Zunächst zum Wildgehege. Ich finde, da muss man nun wirklich nicht durchfahren. Zum einen gibt es genug Möglichkeiten, die eigentlichen Wege im Wildgehege zu umgehen, sei es durch direkten Einstieg in den Wald am unteren Ende, oder aber auf dem Asphaltweg der direkt am Gehege vorbei in Richtung Waldstadion führt.

Der Felsenpfad ist nun mal ein Wanderweg, als solcher konzipiert und angelegt. Nun mag man darüber diskutieren, ob das nun rechtens ist oder nicht, dass es dort keine Verbotsschilder gibt, dass man dort auch mit dem MTB fahren kann. Alles Richtig. Aber muss es sein? Und WIE muss es sein? Ich denke so ziemlich jeder MTBiker hier in der Region ist schon auf Wanderwegen unterwegs gewesen. Oft aber, weil diese Wege speziell hier in der Region die einzigen wirklich attraktiven Strecken für uns darstellen. Und selbst hier sind wir eigentlich im besten Fall geduldet. Und so sollte sich auch verhalten werden. Wer einen Wanderweg befährt, ist zunächst mal Gast und nicht Hausherr.

Deshalb möchte ich an dieser Stelle im Namen von Fahrvergnügen an Euch, die hiesige MTB-Community appellieren:

  1. Seid so nett, meidet die Wege im Wildgehege. Diese sind ausschliesslich Fusswege für die Besucher des Geheges, und sollten auch so behandelt werden.
  2. Den Felsenpfad am besten meiden. Und wenn ihr es schon nicht übers Herz bringt, dort nicht lang zu fahren, dann tut dies bitte so, dass andere Waldnutzer keinen Grund zur Klage haben. Anhalten, Platz machen, Grüssen oder sich bedanken wenn jemand Platz macht, sind keine Hexerei und sollten ohnehin selbstverständlich sein.
  3. Seid nette Mountainbiker. Zeigt euch von Eurer besten Seite und beweist der Öffentlichkeit so, dass wir nicht die Horde Adrenalinjunkies sind deren Ziel es ist, Omas im Wald umzufahren und Wanderer zu erschrecken.
  4. Wenn ihr mehr Möglichkeiten wollt, mehr Sportstätten, dann organisiert euch. Als Einzelne Biker werden wir nicht wahrgenommen, als Gruppen deren Interesse zentral vertreten wird schon.

Wir als Verein wollen ‚unseren‘ Weisshauswald nicht nur gerne behalten, sondern ausbauen. Ihr helft uns dabei, wenn ihr zusammen mit uns das Öffentlichkeitsbild der Mountainbiker positiv prägt.

Worauf ich an dieser Stelle aber auch deutlich hinweisen möchte:
Der – meiner Meinung nach oft medial aufgebauschte – Konflikt Wanderer vs Mountainbiker ist ein Konflikt, wie es ihn fast überall gibt. Radfahrer vs Autofahrer, Surfer vs Kitesurfer, Reiter vs Spaziergänger etc… Letztendlich hat der nichts mit der Sportart zu tun, sondern einzig damit, dass es in jeder Gruppe Solche und Solche gibt. Das Fehlverhalten eines Einzelnen aber auf eine ganze Gruppe zu projizieren ist falsch. Von allen Waldbegegnungen, die ich in den letzten Jahren hatte, gab es keine, die unangenehm war, Wanderer und Spaziergänger haben sich immer mindestens höflich, meist jedoch offenherzig und interessiert gezeigt. Es wäre toll wenn das so bleibt.

Das Forstrevier Weisshauswald und auch die Stadtverwaltung nehmen uns als Verein durchweg positiv wahr. Man schätzt unsere Anstrengungen, in ehrenamtlicher Arbeit eine Infrastruktur zu schaffen und zu erhalten, die weit mehr Nutzern zugute kommt als unseren knapp 100 Vereinsmitgliedern. Wir bauen mittlerweile einen 3. Streckenabschnitt, bekommen Unterstützung bei komplexen Arbeiten auf den Strecken, bekommen Gestattungen für Veranstaltungen und Events. Auch das ist keine Selbstverständlichkeit, anderenorts tut man sich schwer, den Zugang zu Behörden und Verwaltungen zu etablieren.

Wir finden, dass im Wald alle Platz haben, die der Natur und anderen Waldnutzern mit Respekt und Höflichkeit begegnen.

Bikepark Trier, Mountainbike Trails Trier

Fahrvergnügen dankt Euch für Eure Mithilfe und wünscht uns allen noch viele schöne Rides im Weisshauswald! Eine Empfehlung, wie und wo das am besten geht, seht ihr hier: 😉

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